Ein Hund zieht ein

Die Katze (oder eher der Hund) ist aus dem Sack: Wir bekommen vierbeinigen Familienzuwachs! Heute zieht diese süße Hundedame bei uns ein. Sie kommt aus Ungarn. Dort wurde sie von illegalen Züchtern beschlagnahmt und in eine Auffangstation gebracht, die sie nach Deutschland vermittelt haben. Für uns war es Liebe auf den ersten Blick und schnell stand für uns fest, dass die Kleine nach unserem Japanurlaub bei uns einziehen wird. Ihr aktueller Name ist Crystal, wir möchten sie gerne in Leia umtaufen 🙂

Auf den Spitz gekommen

Schon länger steht für uns fest, dass wir einen Hund in die Familie holen wollten. Wir haben uns im letzten Jahr darauf festgelegt, dass es eine Spitzart sein soll. Deswegen haben wir im Januar zum Beispiel auch einen Eurasierzüchter besucht – vor allem um zu schauen, ob die Hunderasse generell für uns in Frage kommt. Auch wenn es unglaublich tolle Tiere sind, musste ich mir schwerenherzens eingestehen, dass für mich einige Faktoren dagegen sprechen. Also haben wir uns eher nach einer kleineren Spitzart umgesehen. 

Die ursprüngliche Idee war es, einen Welpen vom Züchter zu suchen. Hier hatten wir auch schon ein paar Züchter rausgesucht, die wir mal anschreiben wollten – aber Prokrastination und Angst vor Absagen hat uns lange gehemmt. Dabei wäre es so einfach gewesen. Ich arbeite zur Zeit von Zuhause aus und Tobias hat am frühen Nachmittag Feierabend. Wir hätten viel Zeit für den Welpen und am Anfang immer ein Auge auf den Hund. 

Immer wieder hatten wir darüber gesprochen, dass wir eigentlich einem Nothund ein Zuhause geben wollte. So hatten wir immer ein Auge auf die Seiten von Tierheimen und Vermittlungen. Es war nur nie das Tier dabei, wo wir sagten “Ja, das ist es, das ist unser Hund.” 

Vom Notspitz zu unserem Spitz

Nun ja. Dann kam Leia. Leia ist ein Notspitz, der über die Organisation Vom Notspitz zum Glücksspitz vermittelt wurde. Die Organisation betreibt einen Instagramkanal, dem wir schon länger folgen. Freunde hatten immer wieder Glück mit den Spitzen, die sie von dort adoptiert hatten und die Organisation schien uns sehr seriös und vertrauenswürdig.

Und sobald Leia auf dem Instagramkanal veröffentlicht wurde, haben wir uns verliebt. Beide unabhängig von einander haben den Hund gesehen und dachten “Oh!” – es war kein “Ja, das ist unser Hund!” Moment. Eher dachten wir beide: „Wie süß sie ist!“ Und die Angaben zu ihr passten alle so sehr, dass wir zum ersten Mal den Drang verspürt hatten, die Organisation zu kontaktieren.

Ein flaues Gefühl im Magen blieb: Wir kontaktierten die Organisation Ende Januar, hatten aber schon Flüge nach Japan für Anfang März gebucht. Ob der Verein den Spitz so lange reservieren würden?

Aber plötzlich ging alles ganz schnell!

Wir schickten eine lange Mail an den Verein in dem wir unser Interesse bekundeten und unsere Situation schilderten. Am gleichen Tag bekamen wir schon eine Antwort und einen Tag später haben wir fast zwei Stunden mit dem Verein telefoniert. Beide Seiten waren sich sehr schnell einig, dass wir super gut zu dem Hund passen – und der Hund auch zu uns. Und zwar so gut, dass sie entschieden haben, den Hund nicht nur zu reservieren, sondern direkt den Vertrag fertig zu machen. Unter einer Bedingung: Die Vorkontrolle gibt ihr Okay. Oha! 

Natürlich hatten wir entsprechend Bammel vor der Vorkontrolle! Aber die Dame hat sich unsere Wohnung und Wohnlage angeschaut und saß dann eine Stunde mit uns am Tisch. Wir haben ein sehr interessantes und gutes Gespräch geführt. Und am Ende stand fest: Der Hund darf einziehen!

Wow waren wir aufgeregt! So sehr, dass wir Anfang Februar schon Hundebettchen (3 Stück, viel zu viele!) bestellten, spontan eine Martin Rütter Show besuchten, viele Ratgeber zum Thema Hundeerziehung lasen und sahen, und extra nach Düsseldorf fuhren, um im Megazoo alles für die Erstausstattung zu kaufen. Die Aufregung mischte sich ein bisschen mit der Aufregung für den Japanurlaub und, man, war das seltsam. Manchmal wusste ich wirklich nicht, ob ich mich auf Japan, die Hündin, oder beides freute.

Kurz vor Abflug war dann alles für den Einzug von Leia bereit, der Hund musste nur noch kommen.

Tja, und dann wurden die Grenzen geschlossen. 

Die Coronavirus-bedingte Grenzsschließung hatte zur Folge, dass der Hundetransport aus Ungarn, der für Mitte März geplant war, erstmal ins Ungewisse verschoben wurde. Zum einen durften die Fahrer sich gar nicht erst auf den Weg machen, zum anderen lag allen die Gesundheit der Fahrer am Herzen. Wir hatten volles Verständnis, dass die Fahrer sich selber schützen wollten. Hier ein großes Lob an den Verein, denn im Nu war eine Whatsappgruppe mit allen organisiert, die ihren Hund im März erhalten sollten. Hier konnten wir unsere Sorgen und Fragen mit allen besprechen und wurden super gut auf dem Laufenden gehalten!

Am 10. April kam dann die gute Nachricht: Der Transport darf fahren, die Hunde (7 an der Zahl) dürfen am kommenden Wochenende nach Deutschland, wenn alle Veterinärämter die Erlaubnis geben. Als die dann am Dienstag eintrudelte, waren wir einfach super glücklich! Und dann ging alles ganz schnell. 

Die letzen Vorbereitungen

Wir hatten zufällig um dieses Wochenende ein paar Urlaubstage genommen (ursprünglich wollten wir zur Animuc nach München), so dass wir nun extra viel Zeit haben, um Leia kennen zu lernen. 

Wir waren gestern noch einmal im Tierbedarfsladen, um letzte Besorgungen (und viele Snacks) zu kaufen und sind nun gut vorbereitet – und gleichzeitig auch nicht. Werden wir gute Hundeeltern sein? Wird sie uns mögen? Können wir sie erziehen?

Wir wissen, dass die näcshten Tage nicht einfach werden. Sie muss sich an die neue Umgebung gewöhnen und stubenrein ist sie auch noch nicht. Wir müssen uns an das Leben mit Hund gewöhnen. Wir möchten ihr sehr viel Verständnis entgegenbringen. Denn es ist definitiv nicht leicht für sie, schon wieder eine gewohnte Umgebung zu verlassen. Sie weiß ja nicht, dass sie nun in einem glücklichen, behüteten Zuhause angekommen ist. Und dass diese zwei Menschen sich um sie liebevoll kümmern wollen.

Wir müsen auch Geduld und Verständnis mit uns selbst haben, denn wir haben unser Hundewissen auch nur über Ratgeber oder Informationen von Freunden. Und trotzdem sind wir motiviert, viel mit ihr zu Lernen und zu Arbeiten. Wir freuen uns einfach so sehr, dass der Traum vom eigenen Hund nun endlich wahr wird!

In dem Sinne: freut euch auf SEHR viel Hundebilder in den nächsten Wochen und Monaten. Vorsichtshalber haben wir schon einmal einen Instagramaccount für Leia angelegt, dem dürft ihr führ flauschigen Content natürlich gerne folgen <3

Habt ihr noch Fragen zu dem Thema Hundeadoption aus Ungarn? Habt ihr vielleicht ähnlich Erfahrungen gemacht? Oder ganz andere? Teilt sie gerne mit mir in den Kommentaren!