Januar: Die beste Zeit für einen Frühjahrsputz! Das, geparrt mit der Lektüre von Marie Kondo, und schwupps, hat man ein paar Quadratmeter mehr Platz in der Wohnung.

Überall um mich herum packt Menschen die Ausmistsucht – und ich bin mittendrin. Bereits während unseres Umzugs von Düsseldorf nach Bochum haben wir gemerkt, dass wir eine ganze Menge Kram haben, den wir einfach nie, wirklich nie, brauchen. Das hat sich zum Beispiel darin geäußert, dass wir einfach 10 Umzugskartons erst 6-7 Monate NACH unserem Umzug ausgeräumt haben. Die Sachen darin haben wir in der Zeit nicht einmal vermisst. Es hatten sich einfach furchtbar viele Stehrümmchen, Papierberge, Stoffreste, alte Klamotten… ach, einfach alles Mögliche angesammelt, bei dem ich bestimmt schon fünf Mal sagte „Ach, das ist zu schade zum Wegwerfen“ oder „Das brauche ich sicher nochmal“.


Und dann kam Marie Kondo

EIGENTLICH kam ein Besuch in Jennis neuer Wohnung. Die wurde nämlich im letzten Jahr vom Ausmistwahn gepackt und das sah man nach dem Umzug sehr! Sie hatte nur noch ein einziges Bücherregal. WIE IST DAS MÖGLICH?!?!?! Fragte ich mich immer wieder, als ich auf meine 4 prall-gefüllten Bücheregale schaute und meinen Kleiderschrank aus dem Seitenwinkel betrachtete, der mal wieder aus allen Nähten platze. Und während ich versuchte, zu ignorieren, dass im Kallax kistenweise Cosplays und Stoffe Staub ansetzten oder ich darauf wartete, dass sich die Papierberge von selbst erledigten. Von der Sockenschublade, dem Vorratsschrank und dem Badezimmersammelsurium ganz abgesehen.

Nach meinem Feiertagskoma traf mich dann der Blitz: Das muss doch alles zu bewältigen sein!
Ich hatte einfach keine Lust mehr, mir selber ständig hinterher zu räumen. Und mir ständig zu sagen „Brauchst du irgendwann mal“ oder „Hach, das war doch ein Geschenk.“

Frei nach Marie Kondo und meinem „Jetzt mach einfach, Valerie“-Bedürfnis, mit dem ich in 2020 gestartet bin, ging ich durch mein Hab und Gut und prüfte, ob meine Sachen überhaupt noch „Joy sparkten“.

Spoiler: Das taten die meisten Dinge nämlich gar nicht mehr.

Und so wurden ratz-fatz Müllsäcke gekauft und rigoros aussortiert. Insgesamt 15 große Säcke kamen dabei zusammen. Vor allem habe ich mich von vielem alten Schulkram befreit – wer braucht schon seine Deutschklausuren aus der 11. Klasse? Dazu gingen viele Schullektüren, die ich ‚doch irgendwann NOCHMAL lesen wollte‘ (byebye, Dantons Tod), ein ganzer Haufen halbgenutzter Notizbücher, viele Socken mit Löchern und einige Kochbücher. Es kam außerdem eine große Tüte an Reststoffen zusammen, die ich irgendwann mal für irgendein Kostüm gekauft hatte. (Oder das berühmte „oh schau mal, ist im Sale, den brauch ich sicher!“) Die Stoffe gingen an eine Freundin, die mit ihren Kids in der Schülerbetreuung nähen möchte. Inzwischen gingen außerdem 4 große Säcke in die Altkleidersammlung, vollgepackt mit alten Schals, BHs, Jacken, Mützen und Alltagskleidung.

Auch Tobias hat fleißig mit angepackt und sich von vielen seiner Pflanzen verabschiedet, die ihre besten Tage schon hinter sich hatten. Außerdem haben wir uns von viel Elektroschrott verabschiedet, all unsere Umzugskartons aus dem Keller an Freunde weitergegeben, meine alte Overlockmaschine schenke ich einer Freundin und sogar für unseren Sessel haben wir einen Abnehmer gefunden. Der ist nämlich eigentlich sehr gemütlich, praktisch haben wir ihn aber seit dem Umzug kein mal genutzt. Er steht viel eher im Wohnzimmer und nimmt eine Menge Platz weg. Und siehe da: Die Wohnung wirkt auf einmal so groß!

#screenclean20 – Konmari, aber digital

Neben dem ganzen Mülltütenpacken ging es auch ans digitale Ausmisten! Ebenfalls von Jenni inspiriert standen die ersten Januarwochen im Zeichen vom löschen, ordnen und verschieben digitaler Schätze. Und auf einmal hatte ich wieder einen freien Desktop, meine Spotify Playlists waren geordnet und meine Followerlisten und Telefonkontakte ausgedünnt. Einige Tage fielen mir hier sehr einfach (zum Glück pflege ich zumindest meine Amazon-Wunschliste und hab keine „Später ansehen“-Youtube Playlist), aber andere Punkte waren ziemlich schwer. Und vor einigen konnte ich mich bis jetzt auch noch sehr gut drücken. Wie zum Beispiel mein E-Mail Postfach, das lacht mich ganz frech an. Und aus.

Trotzdem tat auch der digitale Frühjahrsputz sehr gut. Damit bin ich auf jeden Fall noch ein Weilchen beschäftigt.

View this post on Instagram

Frühjahrsputz, aber so in digital. Das ist einer meiner Vorsätze für das neue Jahr. 👀 Und dazu hab ich mir den superklasse Hashtag und die nice Mitmach-Aktion #Screenclean20 überlegt, damit ihr alle schön mit mir zusammen digital aufräumen könnt. 💁🏻‍♀️ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Wat hat sich die Alte denn nun überlegt fragt man sich. Braucht man für jeden Mist einen Hashtag fragt man sich. Tja nun, nachdem mein #minsgame im Dezember wirklich seeehr viele Reaktionen in den Stories hervorgerufen hat (WIRKLICH viele, also nicht so „weil sooo viele* gefragt haben“ *niemand Influencerstimmchen-mäßig), dacht ich, vielleicht können wir uns so ein bisschen gegenseitig motivieren und uns zu Jahresbeginn mal dem digitalen Chaos auf unseren Computern 💻 und Handys 📱 widmen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ So stell ich mir den Spaß genau vor: ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 👉🏻 Los geht es am 02.01.2020 – ab dann gibt es 15 Tage lang täglich ein Ausmist-Bereich. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 👉🏻 Gestartet wird am 02.01. mit dem Desktop bzw. dem Homescreen. Man kann das Spielchen nämlich auch super ‚nur‘ auf dem Smartphone spielen. Je nachdem, welches Gerät es nötiger hat. 😂 Oder beides. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 👉🏻 Du kannst gern dazu posten, im Feed oder auch in deiner Story. Cool wärs, wenn du den Hashtag #Screenclean20 benutzt und mit verlinkst, dann finde ich das nämlich auch und kann Beiträge eventuell auch in meiner Story reposten. 🙏🏻 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 👉🏻 Du darfst diesen Beitrag natürlich gern auch bei dir teilen! In meiner Story und im zugehörigen Storyhighlight findest du auch nochmal IG Story-gerechte Formate. 🥳 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Ich hoffe, ihr habt bissi Bock und macht mit. 🎉 ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #screenclean20 #ordnungschaffen #DigitalesChaos #DigitalerMinimalismus #KuneKondo

A post shared by J E N N I | KuneCoco (@kunecoco) on

Und nun?

Nun ja, fertig sind wir immer noch nicht ganz. Der Papierkram (Rechnungen, Verträge usw.) liegt noch vor uns, an einen Teil von meinem Kleiderschrank hab ich mich auch noch nicht getraut. Dann ist da noch der große Schrank im Arbeitszimmer voller Deko und in meinem Handy lachen mich auch noch einige Ordner an, die geleert werden möchten.

ABER wir haben uns zum ersten seit Monaten (vielleicht sogar seit dem Umzug?) einen leeren Flur. Und einfach eines: PLATZ. Platz, sich zu bewegen, Platz, einfach zu atmen, Platz, der die Wohnung direkt viel größer, heller und freundlicher macht!

Das schwierige wird nun sein, nicht in alte Muster zu verfallen. Zu verlockend einfach, die Küchenzeile wieder mit dreckigem Geschirr und Tomatenmark vollzustellen oder die Nähüberreste einfach im Arbeitszimmer liegen zu lassen. Ich merke hier ernsthaft, dass ich mehr Disziplin brauche und auch mal (mir selbst) ein Machtwort sprechen muss, damit Tobias und ich noch die Spülmaschine einräumen, bevor wir ins Bett gehen, oder den Badezimmerschrank auch wirklich ordentlich halten.

Zusammenfassend kann ich also sagen, dass ich definitiv angefangen habe, umzudenken. Ich trenne mich nun viel rigoroser von Dingen, die mich nicht glücklich machen. Zum Beispiel fällt es mir leichter, Postkarten, die ich – einfach nur, weil sie schön waren – jahrelang gesammelt habe, auch als solche zu nutzen. Und es fällt mir leichter, meinen Schrank geordnet zu halten (wir sprechen und im März nochmal).

Es hat auf jeden Fall ‚Klick‘ gemacht. Und an Stelle davon, Zeug und Gerümpel einfach ‚Verstauen‘ zu wollen, setze ich mich jetzt viel mehr damit auseinander, OB ich die Dinge überhaupt brauche. Das ist etwas, was mir lange gefehlt hat.

Also, falls ihr mich sucht: Ich räum dann mal meinen Schrank weiter aus.